Kandidatenfragen der CDA an Christian Albrecht

31.05.2021

1. Was werden Sie tun, um bei Vorlagen im Landtag das Potential an Ideen im eigenen Wahlkreis einzubeziehen?
Ich würde das Potential meines Wahlkreises, aber auch das der anderen in Halle nutzen, indem ich mit den Menschen dort ins Gespräch komme, die Fachkenntnis und Erfahrung in den jeweiligen Bereichen haben. Dies kann in persönlichen Treffen, aber auch über digitale Medien, z. B. über ein eigens  einzurichtendes Onlineportal geschehen.

2. Sind Sie dafür, dass bei Vergabe öffentlicher Aufträge nur die Unternehmen berücksichtigt werden, die tarifgebundene oder denen gleichzusetzenden Löhne zahlen?
Ja.

3. Was werden Sie tun, um den Kampf gegen jeglichen Extremismus, Hass und Gewalt politischer oder religiöser Art zu unterstützen?
Denjenigen, die sich Tag für Tag gegen Extremismus engagieren eine Stimme und eine Bühne geben, um so viele Menschen wie möglich aufzuklären.

4. Wie ist Ihre Einstellung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, flexible Arbeitszeit (wenn möglich), Homeoffice unter Einbeziehung von Betriebs- bzw. Personalrat?
Ich bin Vater von drei kleinen Kindern, meine Lebensgefährtin arbeitet Vollzeit im Schichtbetrieb, ich arbeite in zwei Jobs, bei denen ich mir meine Zeit glücklicherweise flexibel einteilen kann. Der Stellenwert von der Vereinbarung von Familie und Beruf ist in meinen Augen daher besonders hoch. Je mehr Arbeitnehmer davon profitieren, desto besser.

5. Was halten Sie davon bei, Unternehmensbesuchen die CDA mit einzubeziehen und vorhandene Betriebs- bzw. Personalrat zu kontaktieren?
Auch hier bin ich der Meinung, dass man vorhandenes Potential, Fachwissen und Erfahrung nutzen muss.

6. Digitalisierung, Industrie 4.0, Zukunft der Arbeitswelt, ständige Erreichbarkeit, Beibehaltung und Ausbau von Arbeitnehmer-Rechten. Wie ist Ihre Meinung dazu?
Bei allem Fortschritt und aller Modernisierung, die um mithalten zu können notwendig ist, darf der Mensch und dessen persönliche Bedürfnisse nicht vergessen werden. Dabei muss zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmers ein Gleichgewicht herrschen, beide sollen voneinander profitieren, der eine den anderen aber nicht geißeln, denn ohne den anderen kann der eine nicht überleben.

7. Was halten Sie von den von Wirtschaftsverbänden geförderten Erhöhung des Renteneintrittsalter auf 70 Jahre?
Wir sind gerade erst bei der Rente mit 67 angelangt, eine Anhebung des Renteneintrittsalters im Sinne einer Verlängerung der Arbeitspflicht halte ich nicht für den richtigen Weg. Mit 67 Jahren sind wir im internationalen Vergleich bereits Spitzenreiter. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass Möglichkeiten geschaffen werden, wie Arbeitnehmer und nicht nur Selbstständige freiwillig länger arbeiten dürfen, dies mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und deutlichen Vorteilen. Auf diese Weise könnte man über viele Jahrzehnte gesammelte Erfahrung weiter nutzen und an nachfolgende Generationen weitergeben.  aber wie gesagt nur freiwillig, keinesfalls verpflichtend.

8. Wie ist Ihre Meinung zur besseren Integration von Flüchtlingen in Bildung, Erwerb von Sprachkenntnissen und auf den Arbeitsmarkt?
Auf diese Frage kann ich mangels eigener Sachkenntnis nichts zum Verbesserungspotential antworten.

9. Wie ist Ihre Meinung zur besseren Integration von Behinderten auf dem Arbeitsmarkt angesichts der traurigen Tatsache, dass Sachsen-Anhalt dabei an letzter Stelle steht?
Auch in diesem Bereich kenne ich mich nicht aus. Menschen mit Behinderung sind meiner Meinung so gut wie möglich zu integrieren. Soweit Sachsen-Anhalt hier Schlusslicht ist, sollte man aktiv mit Behindertenverbänden zusammenarbeiten und nach Lösungsmöglichkeiten suchen.

10. Was gedenken Sie zu tun, um mit Gewerkschaften, Betriebs- bzw. Personalrat ins Gespräch zu kommen.
Hier kommt die CDA ins Spiel und kann mit ihren Kontakten und Erfahrungen sicher ein optimales Bindeglied sein.

11. Sachsen-Anhalt ist Schlusslicht bei der betrieblichen Weiterbildung. Wie kann man das ändern? Sind Sie der Meinung, dass jedes Unternehmen betriebliche Aus und Weiterbildung anbieten sollte?
Auch hier fehlt mir die eigene Fachkenntnis. Ich bin jedoch der Meinung , dass Betriebe, die dazu in der Lage sind, auch betriebliche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen anbieten sollten. Soweit dies nur wenige Betriebe können, wird dies Ursachen haben und diese müssen behoben werden. Für Betriebe muss es auch attraktiv sein, Aus- und Weiterbildung anzubieten.

12. Bitte um Antwort auf folgende Sätze:
Sozial ist, was gute, gesunde, verlässliche und existenzsichernde Arbeitsplätze schafft.
Streben nach Gerechtigkeit muss Kern politischen Handelns sein.
Die Gesellschaft sollte leben von Tugenden wie Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Fairness, Chancengerechtigkeit und Toleranz sein.
Diese Sätze beschreiben Ideale, die wohl jeder befürworten würde. Aufgabe der Politik ist es, zumindest einige davon wahr werden zu lassen.

13. Sollten Auszubildende nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss möglichst unbefristete und möglichst tariflich bezahlte Arbeitsverträge erhalten?
Ein Automatismus zum Erhalt von Arbeitsverträgen nach Abschluss einer Ausbildung, insbesondere wenn diese unbefristet sein sollen, halte ich nicht für richtig. Unternehmen die ausbilden, würden dann nämlich nur so viel ausbilden, wie sie selbst neue Mitarbeiter benötigen, was dem Wunsch nach möglichst vielen Ausbildungsplätzen zuwider läuft. Tarifliche Bezahlung für diejenigen, die übernommen werden sollte selbstverständlich sein.

14. Wie wird zukünftig Ihre Zusammenarbeit mit den CDU-Vereinigungen sein, die auch viele Probleme und Problemlösungen kennen?
Auch hier heißt es wieder, das Potential nutzen was vorhanden ist. Dementsprechend werde ich mich um eine enge Zusammenarbeit bemühen.

15. Eine wichtige Rolle, erst recht bei Corona, spielt der Arbeits- und Gesundheitsschutz und Hygiene im Unternehmen. Was ist Ihre Meinung zu deren Verbesserungen?
Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich der Gesundheits- und Hygieneschutz in den Bereichen in denen ich Einblick habe deutlich verbessert und auch nach Durchstehen der Pandemie wird hiervon ein großer Teil bestehen bleiben, so dass ich zumindest derzeit kein großes Verbesserungspotential sehe.

16. Was könnte man Ihrer Meinung nach tun, um der Vereinsamung im Alter zu begegnen?
Begegnungsstätten fördern, ausbauen und schaffen; kulturelle Angebote auf Senioren zuschneiden; Generationen zusammenbringen - was gibt es schöneres, als ältere Menschen mit Kindern in Kontakt zu bringen. Menschen sind genug da, man muss nur Raum und Gelegenheit schaffen, diese zusammenzubringen. Davon kann jung und alt nur profitieren.