Kandidatenfragen der CDA an Kerstin Godenrath

31.05.2021

1. Was wirst Du tun, um bei Vorlagen im Landtag das Potential an Ideen im eigenen Wahlkreis einzubeziehen?
Potential an Ideen erhält man, wenn man seinen Wahlkreis und die dortigen Bewohner und ansässigen Unternehmen kennt. Ich möchte mit den Menschen in Kontakt und für sie ansprechbar sein. Nur dadurch kann ich die Interessen des Wahlkreises in Diskussionen und Entscheidungsgremien vertreten.

2. Bist Du dafür, dass bei Vergabe öffentlicher Aufträge nur die Unternehmen berücksichtigt werden, die tarifgebundene oder denen gleichzusetzenden Löhne zahlen?
Nicht jede Branche unterliegt einem Tarifvertrag, so dass die Eingrenzung auf die Auftragsvergabe lediglich an Unternehmen mit Tarifbindung Vergabeverfahren erschweren würde. Der festgesetzte Mindestlohn sichert  bereits eine Verpflichtung zur Zahlung eines rechtlich definierten Lohns. Aktuell bestehen Möglichkeiten zur Abfrage und Bewertung von Tariftreueerklärungen in Vergabeverfahren; ebenso wie eine Prüfung auf Auskömmlichkeit im Hinblick auf Lohnzahlungen des Unternehmens bei Nichtvorhandensein von Tarifverträgen. Ich halte am Grundsatz der CDU fest, die Tarifautonomie zu stärken.

3. Was wirst Du tun, um den Kampf gegen jeglichen Extremismus, Hass und Gewalt politischer oder religiöser Art zu unterstützen?
Extremismus jeglicher Art ist nicht hinnehmbar und muss strikt und konsequent bekämpft werden. Hierfür notwendig ist einerseits eine personell und technisch gut ausgestattete Polizei und andererseits ein gestärkter Verfassungsschutz mit effizienten Frühwarnsystemen. Zudem sind die Möglichkeiten zur digitalen Strafverfolgung weiter auszubauen.

4. Wie ist Deine Einstellung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, flexible Arbeitszeit (wenn möglich), Homeoffice unter Einbeziehung von Betriebs- bzw. Personalrat?
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die damit verbundenen Maßnahmen – wie bspw. Homeoffice, flexible Arbeitszeiten usw. – ist ein wichtiges Attraktivitätsmerkmal eines Arbeitgebers. Die Beteiligung der Betriebs- und Personalräte soll vor einer Benachteiligung der Arbeitnehmer schützen – darf aber auch die Interessen der Arbeitgeber nicht vernachlässigen. Ob ein Unternehmen Homeoffice zulässt, sollte zudem in dessen Entscheidungsfreiheit liegen und nicht von der Politik „verordnet“ werden. Wünschenswert ist für mich eine Unternehmenskultur, die die  Belange der Arbeitnehmer sowie des Unternehmens berücksichtigt.

5. Was hältst Du davon bei, Unternehmensbesuchen die CDA mit einzubeziehen und vorhandene Betriebs- bzw. Personalrat zu kontaktieren?
Je nach inhaltlichem Schwerpunkt eines Unternehmensbesuchs ist eine Beteiligung der o. G. durchaus für mich vorstellbar.

6. Digitalisierung, Industrie 4.0, Zukunft der Arbeitswelt, ständige Erreichbarkeit, Beibehaltung und Ausbau von AN-Rechten. Wie ist Deine Meinung dazu?
Die Arbeitswelt wird moderner und mit ihr die Belange von Arbeitnehmern und -gebern. Dies wird Auswirkungen auf die gesetzlichen Regelungen (bspw. Arbeitszeitgesetz usw.) haben. Es gilt nach wie vor, die Rechte der Arbeitnehmer zu schützen, aber auch Möglichkeiten für Arbeitgeber einzuräumen, individuelle Möglichkeiten der Leistungserbringung anzubieten. Letztlich gilt es einen Rahmen zu schaffen, der eine kreative Gestaltung des Arbeitsumfelds zulässt, ohne dass Beschäftigte Nachteile erleiden oder Unternehmenszwecke gefährdet werden.

7. Was hältst Du von den von Wirtschaftsverbänden geförderten Erhöhung des Renteneintrittsalter auf 70 Jahre?
Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters halte ich für nicht zumutbar. Gern sollen Menschen, die die Regelaltersgrenze erreicht und überschritten haben und weiterhin in ihrem Beruf aktiv sein wollen, die Möglichkeit zur Beschäftigung erhalten. Aber eine grundlegende Veränderung im Sinne einer zwingenden Festlegung lehne ich persönlich ab.

8. Wie ist Deine Meinung zur besseren Integration von Flüchtlingen in Bildung, Erwerb von Sprachkenntnissen und auf den Arbeitsmarkt?
An erster Stelle stehen zügige Verfahren zur Klärung des Aufenthaltsstatus von Flüchtlingen. Der Erwerb von Sprachkenntnissen ist sodann eine Grundvoraussetzung zur Integration und sollte nicht nur als Angebot, sondern als zwingende Offerte formuliert werden. Zur  Gewinnung ausländischer Fachkräfte sind insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen zu unterstützen, um unbürokratisch und zügig Personal gewinnen und binden zu können.

9. Wie ist Deine Meinung zur besseren Integration von Behinderten auf dem Arbeitsmarkt angesichts der traurigen Tatsache, dass S/A dabei an letzter Stelle steht?
Als CDU haben wir uns im Regierungsprogramm ausdrücklich zur Ermöglichung von Teilhabe von Menschen mit Behinderung ausgesprochen.nHierzu gehört das Bekenntnis von Werkstätten für Menschen mit Behinderung und die Förderung von Behindertenbeiräten. Entscheidungen, die Menschen mit Behinderungen betreffen, sollen mit deren Beteiligung getroffen werden.

10. Was gedenkst Du zu tun, um mit Gewerkschaften, Betriebs- bzw. Personalrat ins Gespräch zu kommen. Der Unterstützung der CDA kann Dir gewiss sein.
Für die Unterstützung der CDA bin ich dankbar. Die Kontaktaufnahme mit Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräten stelle ich mir nicht einseitig vor. Es wird jederzeit die Möglichkeit geben, an mich heranzutreten und auch umgekehrt werde ich aktiv das Gespräch suchen.

11. Sachsen-Anhalt ist Schlusslicht bei der betrieblichen Weiterbildung. Wie kann man das ändern und bist Du der Meinung, dass jedes Unternehmen betriebliche Aus und Weiterbildung anbieten sollte? Lebenslanges Lernen ist wichtig für Arbeitsplatz Sicherung und Erhalt einer Stammbelegschaft.
Die Schaffung von Ausbildungsplätzen ist ein wichtiger Bestandteil effizienter Arbeitsmarktgestaltung und ein Instrument, Fachkräfte an das Unternehmen zu binden. Eine betriebliche Weiterbildung gehört ebenso dazu  - insbesondere im Hinblick auf  intrinsische Motivation. Beschäftigte, die aktuelles Fachwissen vorweisen können, sind nicht nur motivierter, sondern sichern dem Unternehmen auch eine qualitativ hochwertige Leistungserbringung gegenüber ihren Kunden. Daher sollten Aus- und Weiterbildung grundsätzlich einen hohen Stellenwert einnehmen und angeboten, aber auch eingefordert werden.

12. Bitte um Antwort auf folgende Sätze:
Sozial ist, was gute, gesunde, verlässliche und existenzsichernde Arbeitsplätze schafft.
Streben nach Gerechtigkeit muss Kern politischen Handelns sein.
Die Gesellschaft sollte leben von Tugenden wie Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Fairness, Chancengerechtigkeit und Toleranz sein.
Da die Sätze keine Fragestellung beinhalten, ist eine konkrete Antwort darauf nicht möglich. Grundsätzlich möchte ich den Sätzen nicht widersprechen, wobei die einzelnen Aussagen aus meiner Sicht nicht abschließend sind.

13. Sollten Auszubildende nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss möglichst unbefristete und möglichst tariflich bezahlte Arbeitsverträge erhalten? Nur so behalten wir junge Menschen in Sachsen-Anhalt. Eine gute Durchmischung von Jung und Alt ist positiv fürs Arbeitsklima in der Belegschaft.
Selbstverständlich ist eine Bindung junger und kompetenter Mitarbeiter an das Unternehmen und die Region wünschens- und erstrebenswert. Jedoch obliegt das Entscheidungsrecht in  der Hauptsache den betroffenen Unternehmen, welche wirtschaftlich handeln müssen und wollen. Wir können als Land attraktive Bedingungen für Unternehmen schaffen, so dass diese in die Lage versetzt werden, hochwertige Arbeitsplätze anzubieten und damit die Menschen an sich zu binden.

14. Wie wird zukünftig Deine Zusammenarbeit mit den CDU-Vereinigungen sein, die auch viele Probleme und Problemlösungen kennen?
Ich freue mich über jede Einladung aus den CDU-Vereinigungen, werde aber auch selbst aktiv auf die Vereinigungen zugehen.

15. Eine wichtige Rolle, erst recht bei Corona, spielt der Arbeits- und Gesundheitsschutz und Hygiene im Unternehmen. Was ist Deine Meinung zu deren Verbesserungen?
Die Pandemie hat uns gezeigt, dass Gesundheitsschutz im Unternehmen eine stärkere Beachtung erfahren muss. Hierzu müssen die aktuellen Maßnahmen einer kritischen Prüfung unterzogen werden, ob und in welcher Form diese auch nach der Pandemie zum Einsatz kommen sollten (bspw. erhöhter Reinigungsturnus, Hygienespender im Eingangsbereich usw.).

16. Was könnte man Deiner Meinung nach tun, um der Vereinsamung im Alter zu begegnen? Was hast Du da für Ideen?
Die Belange älterer Menschen dürfen nicht vernachlässigt werden. So können die Schaffung von Treffpunkten oder generationenübergreifende Wohnmöglichkeiten, aber auch die Schaffung barrierefreier Zugänge wichtige Eckpfeiler im Entgegenwirken von Vereinsamung sein.